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Kastell Theilenhofen

Es war in seinem Umriß seit den Grabungen der Reichslimeskommission zwischen 1879 und 1895 bekannt. Noch im 17. Jahrhundert ragten die Mauern mehrere Schuh hoch über die Erde hervor, doch waren seitdem die Steine von den Ackerbesitzern abgetragen und, soweit sie das Pflügen behinderten, herausgebrochen worden.

Oberirdisch war nichts mehr davon zu sehen, lediglich die flache Mulde des der Kastellmauer vorgelegten Grabens konnte man bei genauer Kenntnis noch ausmachen. Die alte Flureinteilung in der Flur "Weil" (von villa) scheint allerdings durch das Kastell in gewisser Weise bedingt gewesen zu sein, da die schmalen, nordsüdgerichteten Ackerfluren hier durch querlaufende Äcker unterbrochen wurden und die Grundstücke in dieser Form über die Straße von Theilenhofen nach Pfofeld reichten, die die Nordostecke des Kastells überschneidet.

Es galt hier neben der Neugestaltung der Flur den Umriss des Kastells im Gelände wieder sichtbar zu machen. Dies wurde - wie früher schon bei den Kastellen Aufkirchen und Gnotzheim - dadurch erreicht, dass Feldwege um das Kastell herum angelegt wurden, die den Zug der Umfassungsmauern angeben. Zugleich wurden die Kastellecken durch Baumbepflanzung hervorgehoben, so dass die Ausdehnung sich mit einem Blick übersehen lässt. An der östlich der Straße liegenden Ecke ergab sich durch die Abgrenzung ein dreieckiges, landwirtschaftlich nicht nutzbares Grundstück. Dieses wurde als bepflanzte Grünfläche gestaltet, in der nun ein Denkstein auf das Kastell hinweist.

Der römische Name des Kastells war Iciniacum. Es lag 2,2 Kilometer hinter dem Limes und war durch Straßen mit den Nachbarkastellen in Gnotzheim und Weißenburg sowie mit dem kleinen Grenzkastell in Gunzenhausen verbunden (da der Verlauf dieser Straßen nicht genau feststeht, sind sie auf dem Übersichtsplan nur gepunktet). Das Kastell hatte eine Länge von 196 Metern und eine Breite von 140 Metern und war Standort einer Kohorte von rund 500 Mann. Seine Besatzung bildete die 3. Bracaraugustanerkohorte, eine gemischte Truppe (cohors equitata) von etwa 360 Fußsoldaten und 120 Reitern. Ihren Namen hat sie abgekürzt als C(ohors) lll BR(acaraugustanorum) auf Ziegelstempeln hinterlassen.

Kastell und Bad wurden zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. unter Kaiser Traian erbaut und bestanden bis zu den Alamannenstürmen um die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr., bei denen sie zerstört wurden.