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Kastellbad Theilenhofen

Es liegt am oberen Ende des Tälchens "Echerbach" etwa 900 Meter west-nordwestlich des Ortes, unterhalb eines alten Weihers. Das kleine Tal war vor der Flurbereinigung Wiese und Ödland und diente als wilder Müllplatz. Die Planung sah vor, hier fünf neue Weiher als Wasserrückhalt anzulegen. Nachdem beim Ausschieben der Weiher römische Mauerreste zutage kamen und damit das seit 1820 bekannte Bad wiederentdeckt wurde, beschloss man, den obersten Weiher, der das Gebäude zerstört hätte, nicht anzulegen.

Statt dessen wurde das Bad vollständig ausgegraben und seine Grundmauern als Anschauung für die Öffentlichkeit restauriert. Ein Bad fehlte bei keinem römischen Kastell und wurde von den Soldaten auch regelmäßig aufgesucht. Meist lag es dicht vor einem der Lagertore. Hier in Theilenhofen ist der Abstand mit etwa 250 Metern wegen der Wasserverhältnisse auf dem Hochplateau etwas größer.

Das Badegebäude war einmal völlig neu wieder aufgebaut worden, wobei die Mauern des älteren Bades bis auf den Grund abgerissen wurden (auf dem Plan ist der Grundriss des älteren, heute wieder zugedeckten Bades schraffiert angegeben). Das jüngere, restaurierte Bad besaß sieben Räume. Im Nordosten befand sich der Eingangs- und Umkleideraum (Raum A - apodyterium), an den sich im Süden das Kaltbad mit einem halbrund vorspringenden Kaltwasserbecken (Raum F - frigidarium) und das einer Sauna vergleichbare Schwitzbad (Raum S - sudatorium) anschlossen.

Im Westteil des Baues lagen im Norden ein heizbarer Raum, wohl ein Umkleideraum für die kalte Jahreszeit (Raum WA - Winterapodyterium), dann zwei Laubäder (Räume T1 und T2 - tepidarium) und das Warmbad (Raum C - caldarium). Erwärmt wurden die heizbaren Räume durch die römische Fußbodenheizung (hypocaustumj, wozu die Böden hohl auf Pfeilern aus Sandstein, Ziegeln oder gemauerten Kalksteinen ruhten, zwischen denen die warme Luft durchstreichen konnte; sie wurde an den Wänden durch kaminartig aufeinandergesetzte Hohlziegel wieder abgeleitet (auf dem Plan sind die beheizbaren Räume durch jeweils vier die Pfeiler andeutende Quadrate gekennzeichnet).

Die Feuerung selbst erfolgte von den Außenseiten der Räume in Heizkanälen (praefurnium); ein solcher fehlt hier nur beim zweiten Laubad (T2), das als mäßig erwärmter Raum vom Warmbad her mitgeheizt wurde. Die starken Fundamente zu beiden Seiten des Heizkanals des Warmbades trugen einst einen Behälter aus Metall, in dem heißes Wasser bereitet wurde.